| Die Verlege- und Einbauzeiten
oder die Herstellungszeiten eines Betonstahlgeflechtes sind abhängig
1. vom Schwierigkeitsgrad des Geflechtes (S);
Beispielsweise ist eine glatte Bodenplatte oder eine glatte Wand
jeweils ohne Durchbrüche immer einfacher als gleiches mit einem
Versprung oder einer Aussparung. Oder es ist eine kreuzweise gelegte
Matte immer einfacher aufzubauen als stark ineinander verschlungene
- teilweise nicht oder nur schwer zu realisierenden - Verschränkungen
von Stahlbügeln oder Teilkörben.
2.von der Anzahl der Stahlpositionen im Geflecht (P);
Also von der Menge des in Einzelteilen vorliegenden "Puzzels"
des Geflechtes. Hat ein Geflecht nur 2-5 Positionen, natürlich
in jeweils mehreren Stückzahlen, ist dann trotzdem mit weniger
Einbauzeit zu rechnen als bei einem Korb mit mehr als 20-50 Positionen.
Das geht einfach aus der Überlegung des gedanklichen "Abgleichens"
zur Zeichnung oder dem Plan hervor. Braucht ein Bewehrer bei nur
5 Positionen nur einmal in die Zeichnung zu schauen, muss er bei
50 Positionen ständig die Zeichnung vergleichen, will er das
Geflecht zeichnungskonform bauen.
3.von den Dimensionen der Stahlpositionen im Geflecht (D);
Demnach kann immer eine Bodenplatte oder eine Wand mit Stäben
der Durchmesservielfalt 14-20mm schneller aufgebaut werden, als
gleiche Geflechte mit den Durchmessern 8-12mm. Der Bewehrer braucht
eine wesentlich länger Zeit, weil nunmal jeder Stab einmal
angegriffen werden muss, aber die 10mm-Stäbe in vierfacher
Anzahl gegenüber den 20mm-Stäben bei gleicher Tonnage
vor ihm liegen. Insofern gelten Normative für Einbauzeiten
je Tonne Stabstahldurchmesser in ein Geflecht (vergl. dazu nebenstehende
Tabelle).
Die Berechnung der Gesamteeinbauzeit oder Aufbauzeit eines Geflechts
bestimmt sich aus
S+P+D
mit den vorherigen Deutungen und zeigt die ganze Komplexität
dieser Größe Einbau- oder Herstellungszeit des Geflechts.
Wird Vorheriges - vor allem der Schwierigkeitsgrad der Geflechtkonstruktion
und die Positionsanzahl - in den Überlegungen nicht genügend
einbezogen und beachtet (dazu auch der Beitrag auf dem Betonstahltag
in Berlin vom 26.04.2004), ist eine wesentliche Ursache für
die ewigen Streits auf den Baustellen bei Preisverhandlungen und
deren Nachträgen zur Bewehrung begründet.
Es muss deshalb auch an die Planungsbüros appeliert werden
: Jeder Konstrukteur eines Bewehrungsgeflechtes ist immer
auch Technologe des Geflechts! Er konstruiert nicht nur das "Was",
sondern auch das "Wie" zugleich. Die am Bau immer wieder
entscheidende Frage der Geschwindigkeit (Preis!) wird maßgebend
vom Planer und nicht vom ausführenden Bewehrer bestimmt. Der
Planer sollte sich seinem Berufsstand "Ingenieur" (griech."Technisches
Genie") alle Ehre machen und die Theorie der Praxis des schnellen
Bauens nähern. Weil der Preis ohne Kenntnis der Planung fixiert
wird - durch die gleitende Planung eine nicht unumstrittene Praxis
am Bau - wird die These des Zusammenhangs von Konstruktion und Technologie
immer bedeutender in der Baupraxis. |