KÄMPFE

Die Duktilität ist ein spezieller Wertausdruck der Verformbarkeit des Stahls.

Seine Größe wird mit den Kenngrößen Streckgrenze und Zugfestigkeit definiert, so wird
                                 die Streckgrenze Re definiert „als der Beginn der bleibenden Verformung“, während
                                 die Zugfestigkeit Rm als die „Rissgrenze des Betonstahls“ definiert wird.

Zur Veranschaulichung dieses Sachverhalts wird „in der Vorstellung“ ein Stab an zwei Enden immer von zwei sich verstärkenden Kräften gezogen. Nach einer geraumen Zeit beginnt sich der Stabstahl einzuschnüren (Rn) und wird bei einer noch stärkeren Zugkraft dann zerreisen (Rm).

Aus dieser Veranschaulichung gilt die einfache Relation

                                                             Rm  >  Re   oder   Rm / Re  >  1 .

Der Quotient „Rm/Re“ wird als Duktilität D bezeichnet und ist ein Maß der Verformbarkeit oder der Bearbeitbarkeit des Betonstahls.

Die Duktilität gibt damit eine gewisse Dehnbarkeit oder Biegsamkeit des Betonstahls wieder. Das Material „BSt 500“ ist umso dehnbarer oder biegbarer, je größer deren Duktilität ist, also je höher die Zugfestigkeit (Rissgrenze) von der Streckgrenze bei deren Einhaltung des Wertes von 500N/mm² entfernt ist. Zum anderen verharrt er nach dem Biegen in der Stellung ohne den großen Rückspanneffekt.
Genau diese Aussagen sind in der Bearbeitung von Betonstahl gewünscht. Es wird erwartet, dass der Betonstahl nach einer fest definierten Bearbeitung (einer Biegung) auch danach noch dem Zustand „BSt 500“ entspricht (oder davon nur minimal abweicht!) oder nach einem leichten Durchbiegen (Beanspruchung) die alte Form wieder annimmt.

Mit der Definition der Duktilität ist ein Gradmesser der Bearbeitungsvielfalt des Betonstahls gegeben. Laut DIN 1045-1 werden zwei Duktilitätsklassen definiert, nämlich die                                            Normalduktilität, wenn   D = Rm / Re > 1,05
und die                                                                 Hochduktilität, wenn       D = Rm / Re > 1,08.

Da die DIN 1045-1 weiter für den Betonstahl 500 S die Mindestbedingungen Re = 500 N/mm² und Rm = 550 N/mm² fordern, muss die Normalduktilität, die Werte Rm = 550 und Re = 550/1,05 = 523,8 N/mm² und die Hochduktilität, die Werte Rm = 550 und Re = 550/1,08 = 509,3 N/mm² mindestens annehmen.
Die Duktilitätswerte des warm gewalzten Betonstahls liegen in der Regel oberhalb von 1,1. Damit ist die Zugfestigkeit oberhalb von 550 N/mm², weil die Streckgrenze den Mindestwert von 500 einhalten muss, während für kalt gewaltzten Betonstahl teilweise maximal die Normalduktilität gilt..

Auch liegen die meisten anderen Stahlarten diese Werte in den Bereichen von 500 bis 1000 N/mm² und darüber, so hat der bekannte Ripinox (Rostfreier Betonstahl) die Werte von  Rm = 850 > Re = 700 N/mm² und der qualitativ etwas geringerwertige Betinox hat die Werte Rm = 800 > Re = 650 N/mm².  Durch die Annahütte in Hammerau/Bayern wurde erst kürzlich ein neues Bewehrungssystem mit Druckgliedern hochfesten Betonstahls von  Rm = 800 > Re = 670 N/mm² in ihrem Interneteintrag unter   www.annahuette.com   vorgestellt.